Es ist Samstag, der 29. August 2026 – und damit wieder Zeit für das 14-tägige Treffen der TT-Modellbahner in Neustadt.
Fünf Mitglieder fanden sich diesmal zusammen, um gemeinsam einen abwechslungsreichen Modellbahntag zu verbringen. Neben reichlich Fahrbetrieb wurde weiter am Neustadt-Modul gearbeitet, neue Details wurden entdeckt und natürlich durfte auch der eine oder andere fachliche Austausch nicht fehlen.
Aber der Reihe nach …
Noch bevor die ersten Züge auf die Strecke gingen, stand ein organisatorisches Thema auf dem Programm.
Unsere Module wurden zunächst nicht weiter mit Stoff verhängt. Der Grund: In gerade einmal acht Wochen – also nach vier weiteren Treffen – steht bereits der nächste größere Abbau an. Einige Module werden nach Frankenberg/Eder transportiert, wo im November die nächste Modellbahnbörse mit unserer Beteiligung stattfindet.

Auch bei den Visitenkarten hat sich etwas getan. Für die IG wurden neue Karten erstellt, die bei Ausstellungen immer wieder gerne mitgenommen werden. Auf der Rückseite befinden sich diesmal sämtliche wichtigen Social-Media-Verlinkungen in Form von QR-Codes.
Damit sind die TT-Modellbahner Hessen noch schneller und einfacher im Netz zu finden.
Am Neustadt-Modul ging der Ausbau weiter. Gerade die vielen kleinen Details machen inzwischen den besonderen Reiz der Anlage aus und sorgen immer wieder für erstaunte Blicke.
Besonders interessant ist das „kleinere“ Nebengebäude. Die Fensterrahmen reichen bis zum Boden und auch die dazugehörigen Gardinen wurden entsprechend gestaltet.



Doch nicht nur die Gebäude wissen zu überzeugen. Auch die kirchliche Kunst im Außenbereich orientiert sich erstaunlich genau am Original.
Hier zeigt sich einmal mehr, was mit viel Geduld, Kreativität und handwerklichem Geschick im Maßstab 1:120 möglich ist.
Natürlich durfte der Fahrbetrieb nicht fehlen.


Erinnern wir uns an die vergangenen beiden Treffen: Der Südzucker-Zug wurde erneut erweitert und bringt es mittlerweile auf stolze 11 Wagen. Ist damit das Ende der Fahnenstange erreicht?
Das lassen wir einfach einmal offen. Warten wir die kommenden Wochen ab – vielleicht findet sich ja noch der eine oder andere Wagen, der unbedingt dazugehören möchte.
Auch eine V 100 mit Steuerwagen im Schlepp musste sich im laufenden Betrieb einigen Testfahrten unterziehen.
Obwohl unser derzeitiges Arrangement keinen Grenzbahnhof besitzt, konnte ein interessanter Zugverband beobachtet werden: ein Interzonenzug in einer möglichen Zusammenstellung, wie sie zur damaligen Zeit hätte unterwegs sein können.
Im Bahnhof wurde der Zug zunächst einmal zum Stehen gebracht, damit er genauer betrachtet werden konnte.
Für alle, die mit dem Begriff „Interzonenzug“ nicht mehr viel anfangen können: Dabei handelt es sich um ein Relikt aus der Zeit des Kalten Krieges. Diese Züge verbanden die Deutsche Bundesbahn (DB) mit der Deutschen Reichsbahn (DR) und dienten unter anderem dem Verkehr zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.
Wer mehr darüber erfahren möchte, findet bei Wikipedia einen ausführlichen Überblick:
https://de.wikipedia.org/wiki/Interzonenzug
Bei unserem Zug am Samstag fehlte leider noch der Wagen der 1. Klasse.
Der Besitzer nimmt allerdings Angebote zur Ergänzung des Zuges gerne entgegen.
Ansonsten konnte sich die Zusammenstellung sehen lassen: der Mitropa-Wagen gehörte ebenso dazu wie die seinerzeit ebenfalls eingesetzten DSG-Wagen der DB. Auch Silberlinge konnten in solchen Zugverbänden vorkommen.
Da die entsprechenden Strecken nicht elektrifiziert waren, wurde der Zug von einer Diesellokomotive gezogen, hier von einer Ludmilla BR 130 der DR.
Was war sonst noch auf den Gleisen unterwegs?
Ein gemischter Güterzug mit DR-Wagen der Epoche IV. Besonders auffällig war das Ladegut: Unter anderem standen zwei rote Mähdrescher der Marke „Fortschritt“ auf den Wagen. Diese waren für den Export vorgesehen. Gezogen wurde der Zug von einer BR 211 der DR in rot.
Auch ein Post-/Eilzug der Epoche II war unterwegs. Als Zuglok kam eine BR 78 zum Einsatz – selbstverständlich mit Sound. Bereits im letzten Bericht hatten wir auf die neueste Lautsprecher-Generation von ZIMO hingewiesen. Der Klang kann sich wirklich hören lassen und wirkt noch einmal etwas besser als bei den bisherigen Lösungen mit Schallkapsel.
Ein weiterer Hingucker war ein Ganzzug mit Staubsilowagen, gezogen von einer BR 232 Bahnbau.
Dabei handelt es sich um das 2026er CLUB-Exklusivmodell der DB Epoche VI von Tillig.
Und möglicherweise war noch eine weitere Lok aus dem Bahnbau-Bereich unterwegs: eine BR 233, die von ROCO stammen könnte.
Allerdings war an der Seitenfläche „Bahnbau-Tiger“ zu sehen, was der Spitzname einer speziellen Diesellokomotive der DB Bahnbau Gruppe ist. Es handelt sich dabei um die Lok mit der Betriebsnummer 233 493-6
Zum Ende des Tages wurde es dann noch einmal turbulent.
Man könnte auch sagen: Gullivers Reisen – diesmal allerdings nur als Riese!
Im Tunnel des Bergmoduls kam es zu einer kleinen Katastrophe im Maßstab 1:120.
Mehrere Wagen kippten um und auch die für den Export vorgesehenen Mähdrescher blieben von dem Zwischenfall nicht verschont.
Ein Tunnel-Rettungszug ? Fehlanzeige. Andere Rettungsmittel im Maßstab 1:120 ? Ebenfalls keine wirkliche Hilfe. Also musste der große Gulliver ran! Mit vereinten Kräften wurde geborgen, gerettet, verschoben und versetzt – sogar Burg und Berg mussten teilweise bewegt werden was keine Hürde für den Riesen war.
Was für eine Leistung!
Dazu passt natürlich ein altes Sprichwort: „Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.“
Bei Kaffee, Plätzchen und einer Bratwurst für jeden wurde natürlich nicht nur über die Modellbahn gesprochen.
Ein Thema aber war die Einladung der Modellbahnfreunde Lollar.
Für eine Teilnahme an der Ausstellung im Jahr 2027 haben im Vorfeld bereits ausreichend Mitglieder zugesagt. Damit dürfte einer Umsetzung nichts mehr im Wege stehen.
In der kommenden Woche soll Kontakt zu den MOBA-Freunden Lollar aufgenommen werden, um bei einem persönlichen Gespräch die weiteren Details zur avisierten Ausstellung zu besprechen.
Wie bei jedem Treffen gab es auch diesmal einige technische Fragen zu klären.
Unter anderem wurde darüber diskutiert, warum der Steuerwagen von ROCO auf der heimischen Anlage beziehungsweise an der heimischen Zentrale seine Lichtfunktionen vollständig ausführt, während dies bei der Steuerung über unsere Lenz-Zentrale nicht funktioniert.
Eine interessante Aufgabe, der wir uns beim nächsten Treffen in vier Wochen widmen wollen.
Mal sehen, ob wir dem Fehler auf die Spur kommen.
Damit neigt sich auch dieser Modellbahntag langsam dem Ende entgegen. Der Sommer verabschiedet sich auch allmählich und bei vielen Modellbahnern rückt damit das Hobby wieder stärker in den Mittelpunkt, oder? Und vielleicht bekommt der eine oder andere jetzt wieder Lust, selbst einmal die Züge fahren zu lassen?
Dann kommt doch einfach bei uns vorbei!
Wir freuen uns immer über Besucher und Modellbahnfreunde – egal, ob ihr eure eigenen Züge mitbringt, Fahrzeuge aus unserer Vitrine auf die Strecke setzt oder einfach nur zum Reden, Labern, Quatschen, Schwätzen, Babbeln, Klönen und Fachsimpeln vorbeikommt.
Ihr seid herzlich willkommen!
In diesem Sinne:
Man sieht sich!